05/20/20

Liebe Nachbarn in Potsdam-Waldstadt,

liebe Bewohner*innen, liebe Interessierte. Wir möchten uns mit einem vierten offenen Brief an sie wenden.

Seit dem Sommer 2019 setzt sich ein Netzwerk von Akteuren aus Waldstadt für eine Personalstelle zur Stadtteilkoordination ein. Wir möchten ihnen diese Runde hiermit vorstellen und den aktuellen Stand zusammenfassen.

Es ist ein wesentlicher Charakterzug der Waldstadt, dass sich verschiedenste Akteure für die Bewohner engagieren. Alle mit eigenem Zielpublikum, eigener Geschichte und eigenem Ansatz. Die Stadtteilarbeit in Waldstadt ist sehr dezentral aufgestellt. Ein großer Teil dieser Akteure war seit Jahren in einem lockeren Austausch verbunden. Der Wunsch nach Vernetzung ist dabei jedoch immer mehr gewachsen. Nicht zuletzt durch die Treffen des "Bündnis für Familie Potsdam Süd", das sich 2009 gegründet hat, ist allen Teilnehmern bewusst geworden welchen Mehrwert Kommunikation im Stadtteil hat.
Deshalb sprechen wir von "EINER" Waldstadt, aber auch um alle Kieze, neuen Gebäude und Nachbarn ausdrücklich mit einzubeziehen -­ der Stadtteil ertsreckt sich von der Stadtrandsiedlung an der Nuthe bis zu den Plattenbauten der 70er Jahre am Rand der Ravensberge und hat mittlerweile rund 16.000 Einwohner.

Seit 2019 treffen sich unter anderem Vertreter der Wohnungsbaugenossenschaften "pbg" und "Karl-Marx", der Stadtteilbibliothek, des Breitband e.V., des Haus der Begegnung, des Käthe-Kollwitz-Haus, der ADTV Tanzschule "Balance" und der BIWA zu regelmäßigen Treffen. In diesem freien Netzwerk haben wir gemeinsame Herausforderungen festgestellt, ebenso den Willen kulturelle Angebote für die Waldstädter anzubieten. Erste Produkte dieser Zusammenarbeit waren die "Nacht für eine Waldstadt" und die Planung eines ersten Stadtteilfestes.
Allerdings haben sich sehr schnell die Grenzen gezeigt, an die alle Akteure stoßen. Themen wie Vernetzung, Stadteil-Ressourcen, Erfahrungsaustausch und Präsentation werden wichtiger, sind aber nicht zusätzlich leistbar.  

Der Breitband e.V. hat in dieser Runde sein Konzept für eine Kulturstelle vorgestellt. Für eine solche Stelle engagieren wir uns seit ca. 2012. Im neuen Netzwerk ist daraus ein Entwurf für eine konkrete Stadtteilkoordination geworden. Mit ihr soll kommunikative Arbeit geleistet werden um die Stadtteilarbeit zeitgemäß zu unterstützen und Dopplungen zu vermeiden. Zusammengefasst mit den drei Säulen "Kommunikation", "Vernetzung" und "Präsentation" erläutern wir warum Kulturarbeit dem Stadtteil am besten dient, wie Akteure ihre Unabhängigkeit behalten, der Charakter der Waldstadt erhalten UND entwickelt werden kann.
Es werden die Notwendigkeit aus der spezifischen Situation in Waldstadt heraus beschrieben, warum der Breitband e.V. die Stelle ausfüllen sollte, sowie Methoden und Ziele erläutert. Perspektivisch kann auch die Arbeit des Bündnis für Familie über die Kulturstelle im neuen Netzwerk eingegliedert werden.

In Potsdam sind alle Stadtteile sehr individuell. Allein die Plattenbau-Gebiete unterscheiden sich deutlich. Sie wurden schon immer unterschiedlich behandelt, bewertet und gefördert. Waldstadt ist ein Ort mit einer hohen Beziehungskultur, dank seiner vielfältigen Bewohnerschaft und etablierten Akteuren.
Wir wünschen uns, dass diese erarbeitete Grundlage von der Stadt fair unterstützt wird um sich weiter entwickeln zu können. Das Konzept beruht auf dem Grundsatz der Chancengleichheit, es ist getragen von dem Bedarf endlich auch in Waldstadt eine Möglichkeit einer zeitgemäßen Koordination zu bekommen. Die Stadt selbst hat in ihrem "Gesamtkonzept Stadtteilarbeit" von 2017 erarbeitet, dass eine individuelle Bewertung der Stadtteile ein Qualitätsmerkmal werden muss, die Räume gegebenenfalls auch neu gedacht werden müssen.

In unserem Konzept beschreiben wir als Netzwerk für die Waldstadt eine Notwendigkeit:
Die Schaffung einer im Stadtteil angesiedelten Stelle, die verschiedene Angebote sammelt, unterstützend koordiniert und präsentiert. Dadurch werden Ressourcen im Stadtteil aufgezeigt um eigene entdecken zu können.
Das Zugehörigkeitsgefühl wird gestärkt, gleichzeitig wird auch der Anspruch an Akteure und Initiativen weiter entwickelt. Auch das kommt Bewohnern, Akteuren und schließlich dem Stadtteil zu Gute. Dadurch werden die Chancen des Wandels der vergangenen Jahre deutlich und es führt zu gesteigerter Wertschätzung und eigenen Initiativen.
Damit die Bewohner der Waldstadt weiterhin in einem Stadtteil zu Hause sind, der Raum zum lebenswerten wohnen und Erfahrung-sammeln bietet.

Ihr

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